05.12.2016Unzureichender Datenschutz bei Wearables mit Gesundheitsfunktion | 04/2016

Die Landesbeauftragte beteiligte sich an einer deutschlandweiten Aktion zur Prüfung sogenannter Wearables mit Gesundheitsfunktionen, also von Fitness-Armbändern bzw. Smart Watches. Das Ergebnis war eindeutig: keines der 16 getesteten Geräte erfüllt die datenschutzrechtlichen Anforderungen vollständig.

Datenschutzmängel finden sich zurzeit in allen nur denkbaren Varianten: Datenschutzerklärungen sind häufig zu pauschal und nicht nachvollziehbar. Offen bleibt zumeist, an welche Unternehmen die Daten weitergegeben werden, zu welchen Zwecken dies erfolgt und wie lange die Daten gespeichert werden. Widerspruchsmöglichkeiten sind in der Regel nicht vorgesehen. Viele Geräte bieten dem Nutzer keine Möglichkeit, Daten selbst zu löschen. Die Zusammenführung der teilweise besonders schützenswerten Angaben kann ein präzises Bild des Tagesablaufs und Gesundheitszustands eines Nutzers ergeben. Dennoch gehen einige Hersteller oftmals von „anonymen“ Daten aus, die beliebig verwendet werden können.

Dagmar Hartge: 

„Mit der gemeinsamen Prüfaktion untermauern wir unsere Forderung an die Hersteller von Wearables, Datenschutz und eine transparente Datenverarbeitung endlich als Grundeinstellung vorzusehen. Die Kunden sollten wissen, dass eine datenschutzgerechte Nutzung der meisten Wearables derzeit noch nicht möglich ist.“

Die Prüfung fand unter Federführung des Bayerischen Landesamtes für Datenschutzaufsicht statt. Neben Brandenburg waren die Datenschutzaufsichtsbehörden aus Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hessen sowie die Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit daran beteiligt. Im Rahmen ihrer Zuständigkeit werden die Datenschutzaufsichtsbehörden nun an die Hersteller herantreten und diese dazu auffordern, die Mängel zu beseitigen. Einzelheiten zu den Prüfergebnissen sind unserem Internetangebot zu entnehmen.

 

Verantwortlich: Sven Müller

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